Die Gründe für die Überschuldung können dabei vielfältig sein und reichen von Krankheit über Arbeitslosigkeit zu Scheidung oder einem dauerhaft zu niedrigem Einkommen. Die Zahl der Menschen, die die Hilfe der Beratungsstelle in Anspruch nehmen müssen, nimmt stetig zu. Von Beginn der Tätigkeit der Beratungsstelle bis heute hat sich die Zahl der langfristigen Beratungsfälle verdreifacht. Hinzu kommen jährlich ca. 700 Kurzberatungen. Eine Mammutaufgabe für das 4köpfige Beraterteam.
Tagtäglich engagiert sich das Team rund um Einrichtungsleiterin Silke Süßenguth-Schirmer ( Foto: Zweite von rechts) gemeinsam mit Klientinnen und Klienten Wege aus der Schuldenfalle zu finden.


„Die Menschen kommen mit vielen Sorgen und Ängsten, Fragen und weiteren Problemlagen in unsere Beratungsstelle. So belasten die Schulden häufig den Familienalltag, was dann zu partnerschaftlichen Schwierigkeiten oder zu Erkrankungen der Schuldnerinnen und Schuldnern führen kann. Durch aktives Zuhören und Wissensvermittlung können die Ängste und Sorgen relativ schnell genommen werden. Die Last ist einfacher zu tragen, wenn man sich der Hilfe einer fachkundigen Stelle sicher ist.“, so Silke Süßenguth-Schirmer.
Eine Soforthilfe durch die Beratungskräfte erfolgt immer bei einer drohenden Mietkündigung, Energiesperre oder Haftstrafe sowie wenn das Existenzminimum durch Zwangsvollstreckungsmaßnahmen unterlaufen wird.
Im ersten Gespräch wird eine Übersicht über die Ein- und Ausgaben erstellt und die aktuellen Verbindlichkeiten zusammengetragen. Es ist wichtig, dass die Ratsuchenden selbst überdenken, wie es überhaupt zur Verschuldung kam. Nur so kann einer erneuten Verschuldung vorgebeugt werden. In einigen Fällen muss dann auch der Umgang mit Geld wieder neu erlernt werden.
Erst wenn das geschafft ist, kann die Forderungsprüfung und anschließend die Regulierung der Schulden erfolgen. Auch sind die Ratsuchenden immer aktiv in den Prozess eingebunden und die Beratungsstelle auf deren Mitwirken angewiesen.
Für eine Insolvenzberatung steht das Beratungsangebot ferner für Ratsuchenden aus dem Freistaat Thüringen zur Verfügung, wenn eindeutig eine Verbraucherinsolvenz vorliegt.
Die Beratung ist für Ratsuchende kostenfrei und vertraulich und kann von Bürgerinnen und Bürger des Ilmkreises in der Pfortenstraße 43 in Arnstadt in Anspruch genommen werden. Das Team ist unter 03628 605428 oder schuldnerberatung-arnstadt@twsd.de erreichbar.
Mit Stolz blickt die Beratungsstelle auf 25 Jahre zurück, in denen sie sich als verlässlicher Partner für Behörden, soziale Einrichtungen und Kooperationspartner im Ilm-Kreis etabliert hat.