Trägerwerk Soziale Dienste Thüringen

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Lass uns reden...

Wie erkläre ich Kindern was Krieg bedeutet? Was macht der Dauerkrisenmodus mit der geistigen Gesundheit unserer Kinder und unserer Jugend?

Ein Statment zu diesem Thema von unserem Kinder- und Jugendschutzdienst "Tauzeit" in Sonneberg möchten wir an dieser Stelle gern mit Ihnen teilen, da es uns sehr berührt hat:

"Unsere Kinder, in unseren eigenen Familien und in unserer täglichen Beratungsarbeit, werden seit einer gefühlten Unendlichkeit mit Angst und Unsicherheit konfrontiert. Und das nicht mit absichtlichem Willen von Eltern, Lehrern, Erziehern, sondern durch unser aller Alltag, der geprägt ist davon. Durch Nachrichten, eigene Ängste und Haltungen, Unterhaltungen Erwachsener, die wache Kinderohren auch dann mitbekommen, wenn wir das gar nicht merken.

Und kaum scheint ein Lichtblick in Sicht und Corona wird langsam zum Nebenthema, schon haben wir eine neue Katastrophe vor Augen. Und ja, die ist angekommen, in den kleinen Kinderherzen hier um uns herum. Weg reden können wir es nicht, Kinder und Jugendliche brauchen auch das offene und ehrliche Gespräch auf Augenhöhe, Erklärungen und ruhige Erwachsene, die ihnen das Gefühl vermitteln: „Keine Panik, ich bin da. Und ich bin groß. Und ich passe auf Dich auf.“ Gar nicht leicht, aber das ist unsere Verantwortung.

Und: sie brauchen unbedingt die Erlaubnis, den Raum und die Zeit, dass sie (trotz aller Tragik drumherum) lustig und fröhlich sein dürfen, Geburtstag feiern, mit Schlamm werfen, sich anmalen und lachen dürfen bis der Bauch weh tut.

Die „Mischung“ macht’s- zwischen zuhören, ernst nehmen und beteiligen – unsere größeren Schulkinder fühlen sich machtlos und wollen reden und helfen – so haben sie in der Schule beispielsweise tolle Friedensplakate gemacht oder Sachspenden gesammelt – damit geht das Gefühl der Ohnmacht etwas weg und sie fühlen sich wichtig und hilfreich, Wenn man das Gefühl hat, irgendetwas tun zu können, helfen zu können, so macht das den Kopf auch frei für andere Dinge.

Und auf der anderen Seite wiederum muss das Thema auch beiseitegelegt werden und Sonne, Spielen, Zocken, Naschen und Austoben und und und… ist angesagt.

Und zu sehen, es geht sicher allen ähnlich und jeder hat die gleichen Fragen, Ängste und Gefühle in sich. Das gibt auch ein Stück Sicherheit und die Motivation, weiter zu machen und die Zuversicht nicht zu verlieren."

Wir danken dem Kinder- und Jugendschutzdienst "Tauzeit" für die Teilhabe an der derzeitige Gedanken- und Gefühlswelt unserer MitarbeiterInnen sowie der Kinder und Jugendlichen und einen Einblick in den Arbeitsalltag.

Zu diesen Gedanken passend und ergänzend finden Sie hier aus der Zuarbeit unseres anderen Kinder- und Jugendschutzdienstes "Allerleirauh" in Suhl noch einen Leitfaden für ein Gespräch über Krieg mit kleineren Kindern und für die größeren Kinder die Empfehlung zu den kurzgehaltenen Frage-Antwort-Videos des KiKa zum Thema Krieg in der Ukraine.

GEMEINSAM.

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